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Gedanken

Ich weiß dass ich weder Gelehrter noch irgendwas Besonderes bin. Trotzdem mache ich mir oft und über viele mehr oder weniger wichtige Dinge rund um mein Dasein Gedanken. Oft und gerne, aber (leider) sehr oft unter falschen Voraussetzungen. Aber ich halte es für wichtig, meine "Erkenntnisse" festzuhalten und ggf. anzupassen oder zu aktualisieren. Gelegentlich mache ich Rückschritte und halte sie für Fortschritte. Später merke ich dann, dass ich auf dem Holzweg war und habe sogar gelernt, mehr oder weniger einsichtig auf meine Fehltritte zu reagieren und eine falsche Meinung zu revidieren.

Ich bin ein erwachsenes AD(H)S-Kind. Mischtypus, also ohne feste Richtung in Hyperaktivität oder Träumerei, sondern von beidem etwas. Auch melancholisch und mit der Neigung zu Depressionen. Normalerweise verliert sich angeblich ADS im Laufe der Pubertät, aber ich denke eher, dass man dann irgendwann damit umzugehen lernt und sich in sein Schicksal fügt. Aber eben doch nicht immer. Mittlerweile habe ich einige andere erwachsene AD(H)Sler kennen gelernt und weiß nun, woher meine Probleme kommen. Ich bin nicht allein. Oft will ich meine Ruhe, aber oft bin ich auch froh, nicht alleine zu sein. Vieles will mir durch die Krankheit nicht gelingen, aber ich habe auch einige Begabungen.

Bis ich im Jahr 2005 erfahren durfte, dass Jesus unser Erlöser ist und wesentlich realer und lebendiger als ich das vorher jemals für möglich gehalten hatte, gab ich immer Gott die Schuld an vielen Miseren in meinem Leben. Irgendwie war mir schon immer klar, dass es eine "höhere Macht" über uns Menschen gibt. Aber ich hielt Gott nicht für einen "lieben Gott" und schon gar nicht für einen uns liebenden Gott.

Nun finde ich nach und nach heraus, dass ich mein ADS nicht nur als Krankheit sehen sollte, sondern dass es stellenweise sogar eine Art "Gabe" ist. Ich kann das derzeit noch nicht so in Worte fassen. Wer mich kennt, kann wahrscheinlich teilweise nachvollziehen was ich damit meine. Meine Vergesslichkeit und das Kopf- und Wohnchaos sehe ich dabei auch nur bedingt als Vorteil.


(to be continued...)