Simson Schwalbe KR51/1K "Lau B."
Die ursprünglich rote Schwalbe stammt von Ingo, der sein Jugendgefährt eigentlich bei mir im Hof wieder herrichten wollte, dem es nach dem Zerlegen aber wohl doch zu viel Arbeit zu sein schien. Ja, ich gebe zu dass der ganze Kram im ersten Moment nach superviel Arbeit aussieht. Ist es auch. So landete sie zusammen mit der grünen für eine gewisse Reifezeit auf dem Speicher.
01/2011 - ...oder doch Schwalbe...?
Nachdem mein Hausmitnutzer überlegt, sich eine Schwalbe zuzulegen, ist das natürlich irgendwie mitreißend. Wir sprachen auch schon über meine beiden eingespeicherten und er ermutigte mich mehrmals, doch mal nach dem Kram zu sehen. Aber eigentlich wollte ich doch eher mal die PBR mit ihrem 140 ccm Motor flott machen. Widerum bräuchte ich für die Schwalbe keinen TÜV (uuund Eintragungen), keine Abgasuntersuchung und keine Steuer,...
Ok, ich darf mit der Schwalbe nicht auf die Autobahn. Ehlich gesagt hatte ich das auch mit der PBR nicht wirklich nochmal vor...
Die Schwalbe wäre ein solides und einfaches Fortbewegungsmittel, um schnell mal in einem der umliegenden Dörfer was zu besorgen oder zu erledigen. Ich dachte auch schon über einen Anhänger* nach, in dem ich dann Happy... -- Na, das wird ihm bestimmt nicht so richtig gefallen... 
*) Nachtrag: Zum MKH/MWH Anhänger für die Schwalbe... 
05/2011 - Schwalbe wird wiederbelebt!
Die rote Schwalbe ist derzeit nur noch Rahmen. Ein guter Rahmen sogar! Von 1978 und mit wenig Rost und nur einer kleinen verpfuschten Schweißnaht an der Ständeraufnahme, die ich nachschweißen werde. Dieser Rahmen wird meine Schwalbe werden!
Über der grauen Farbe, die normalerweise den Rahmen ziert, war noch eine dicke Pampe aufgestrichen worden. Scheinbar gleich im Werk. Darunter eifrig Rostspuren. Scheinbar war der blanken Rahmen Feuchtigkeit ausgesetzt gewesen und hatte Rost angesetzt. Das wurde dick zugepinselt und gut wars. Hatte ja auch lange gehalten...!
Ein paar Stunden lang habe ich am Rahmen geschliffen. Danach Pinselkur mit Rostgrund. Jetzt fehlt noch die abschließende Lackschicht. Bin echt gespannt ob der Gammel nach ein paar Wochen wieder auftaucht... 
Derzeit bereite ich die Blechteile alle vor, also reinigen, entrosten, lackieren. Da sollte ich eine Weile beschäftigt sein. Ich picke mir von beiden Schwalben raus, was noch gut verwendbar ist. Einige Teile muss ich neu kaufen, aber ich möchte auch keine Unsummen da rein stecken. Rahmen, Schwingen, Lenker und diverse "unsichtbare" Teile werden anthrazitgrau, die Sichtteile Laubgrün. So weit der Plan...
Irgenwie fand ich beim Streichen des Rahmens heraus, dass das Grau puplangweilig aussieht. Wenn ich damit alle "unsichtbaren" Teile gestrichen hätte, würde es unter dem Motortunnel Depressionen geben. Also pinselte ich kurzerhand nur den Rahmen und die beiden Schwingen grau und die anderen Blechteile weitestgehend in Laubgrün.
Der Name "Lau B." entstand beiläufig, als ich beim Streichen sinnierte. (Vielleicht hatte es mit den Lösungsmitteln zu tun...?
)
Die beiden Grundfahrzeuge waren kostenlos, also "für lau". Ich wollte meine Schwalbe grün haben, die Wahl fiel letztendlich auf das Laubgrün, weil es mir nicht zu dunkel und nicht zu aufdringlich erschien. Gestrichen habe ich das Ganze etwa so, wie Opa seinen Zaun streichen würde, oder seine Gartenlaube. - Laube, wie passend!
Aber dann ging mir die "Rostlaube" durch den Kopf und DAS ging ja gar nicht! Ich glaube fest an die Qualität meiner mühevollen Arbeit! Vielleicht nicht besonders glatt, der Lack... Aber atmen kann er bestimmt echt prima, mit all diesen Nasen... Schön dick drauf und gut "einmassiert" ist er garantiert auch. Und glänzen tut er auch. Sogar in einem gewissen 3D-Effekt... 
Mööönsch, aus ein paar Metern Entfernung sieht Lau B. bestimmt echt toll aus! Muss sie auch, denn schließlich hat sie bis dato doch schon einige Euro-Taler verschlungen. Also "für lau" war sie doch nicht. Aber immerhin "Lau Bad Jet", eben Lau B. 
21.07.2011 - Es geht wieder voran...
Heute kam nochmal eine kleine aber wichtige Teilebestellung an. Nach über einem Monat Schwalbenpause eine nette Sache. Weniger nett ist, dass der Blechvogel schon zerlegt war, als ich ihn bekommen hatte. Dem entsprechend musste ich das eine oder andere Puzzleteil mehrmals anfassen. Es ist eine faszinierende Technik, bei der es darum ging, mit so wenig verschiedenen Teilen wie möglich auszukommen. Aber man ist dadurch auch stellenweise an eine modulartige Reihenfolge beim Zusammenbau gebunden. Und wenn man die nicht weiß, macht man unter Umständen eben nochmal das eine oder andere Bauteil auseinander... 
In dieser Ausgabe bekam auch die Hinterradschwinge neue Gummilager und der Teflon-Mist flog wieder raus. Die Stoßdämpfer bekamen ebenfalls neue Gummilagerungen. Zu meinem Erstaunen waren das die gleichen Gummis wie für die Schwingenlager, nur dass bei den Schwingen viel dickere Hülsen implantiert werden, was die Montage echt spannend gestaltet.
A propos spannend: Ist die Konstruktion zum Falschzusammenbau der Schwalbe nicht abenteuerlich? Ich wollte dass es so schnell wie möglich wieder nach Moped aussieht, aber ab einem gewissen Zeitpunkt wurde die ganze Angelegenheit ziemlich kippelig. Ein Pflasterstein sorgte relativ zukunftssicher für schnelle Abhilfe...
24.07.2011 - Papiere beim KBA beantragt
27.07.2011 - Betriebserlaubnis ist da!
28.07.-16.08.2011 - Sieht schon flugfähig aus...
Dieser Zeitraum ist natürlich nicht Netto-Arbeitszeit an der Schwalbe. Hey, soooo langsam bin ich dann auch wieder nicht... 
Andererseits gibt es auch keine so richtig logische Erklärung, warum ich die restlichen 10 Kabel noch nicht eingebaut habe, Auspuff dran, Mischung in den Tank und getestet ob sie läuft. Vermutlich muss ich mich erst noch mit dem Gedanken anfreunden, danach die Schwalbe langsam als "fertig" ansehen zu müssen. Das kann noch dauern... 
26.10.2011 - Lau B. auf der Zielgeraden
Der Auspuff macht aus Lau B. schon fast wieder ein fertiges Moppet. Ich hab jetzt noch einen Scheinwerfer, eine Kette, eine Anhängerkupplung und einen Vorderreifen mit Schlauch bestellt.
Sobald der Kalender auf November umspringt, hole ich mir ein Rest-Kennzeichen. Vorher wird sie eh noch nicht fertig sein...
Bald läuft sie wieder. Ist das aufregend, ist das aufregend! 
30.10.2011 - Vorderreifen, Anhängerkupplung, Steckdose
Der alte Vorderreifen hatte noch gut Profil, war auch "erst" 10 Jahre alt, normal hätte der es noch getan. Ich hatte mich aber jetzt doch noch für einen neuen Vorderreifen mit Schlauch und Felgenband entschieden. Natürlich das gleiche grobstollige Profil, wie es das Hinterrad schon seit Juli zierte. Ich finde das verwegen, wenn ungeländige Moppets mit Geländereifen ausgerüstet sind... 
Beim Demontieren des alten Mantels offenbarten sich 2 Flicken am Schlauch und ein nahezu ganz durchgerissenes Felgenband. Irgendwie bin ich sehr glücklich mit meiner Entscheidung... 
Die vorhanden Anhängerkupplung meiner Schwalbe war leider nicht rund, sondern oval. Der Überwurf des Anhängers ließ sich nicht einrasten. Ich könnte ausrasten. Statt zu feilen, bestellte ich eine neue Kupplung. Die Nacharbeit, um die neue Kupplung passend an die Schwalbe zu bekommen, war garantiert mühevoller, als die eierige nachzufeilen... 
Mein Rücklicht hat jetzt ein neues Kabel, das unter die Sitzbank hoch führt und in einem Kaltgerätestecker endet. Auf diesen wartet dort ab jetzt eine entsprechende Steckdose, deren Kabel (später) zum normalen "Übergabepunkt" unter dem Motortunnel führen. Die Idee mit dem Kaltgerätestecker hatte ich von meinem MWH Anhänger übernommen. Der Vor- oder Vorvorbesitzer hatte dieses Kabel da für den Mofabetrieb drangefrickelt. Wird der Anhänger angehängt, zieht man einfach den Stecker vom Moped-Rücklicht raus und steckt den vom Anhängerrücklicht rein. Mir gefällt diese Lösung. Einfach, kostengünstig und ohne den Brechreiz-Effekt der originalen Anhänger-Steckdose...
11.11.11 - Heiße Schraubernacht im Kalten
"Lauschig" und "warm" sind zwei Begriffe, die auf die Werkstatt definitiv nicht zutreffen. "Kalt" aber auch (noch) nicht so richtig. Also ermutigte ich mich schleppend, doch endlich mal die Elektrik der Schwalbe anzugehen, die ich wohl am liebsten garnicht gemacht hätte. Ja, Kupferwürmer sind sind unangenehme Tiere. Aber das meiste war doch schon längst erledigt. Tztztz...
Gute Nachricht: Hoffnung für alle.
Gute Nachricht die Schwalbe betreffend: Kabel (hoffentlich) im Griff.
Schlechte Nachricht: Schwalbe fliegt nicht.
Gute: Hat nichts mit Kabeln zu tun, es läuft einfach kein Sprit in den Benzinhahn.
Noch ein Tier... 
12.11.2011 - Nochmal eine ...
Hab vorhin nochmal etwas geschraubt. Zuerst nur das Nummernschild dran, das war nämlich im Briefkasten gewesen. Versichert wäre das gute Stück also. Jetzt müsste es sich nur noch von selbst fortbewegen, das wäre dann der Hauptgewinn.
Also musste nochmal der Panzer runter. Der Benzinhahn war dicht. Aber nicht nur äußerlich, worüber ich mich ja gar nicht beschweren würde, sondern innerlich. Alles verstopft. Jetzt musste ich also doch die Fernost-Kopie dranschrauben, um die ich mich eigentlich hatte drücken wollen. Jetzt könnte ich mich natürlich in den Hintern beißen, gerade so ein (bekannt alterungsgefährdetes) Bauteil wie der Sprithahn...
- Immerhin einen neuen da gehabt... 
Bei diesem neuen Exemplar schießt das Benzin geradezu zum Vergaser hin, man kann es nicht anders beschreiben. Ebenso schoss mir neuer Elan durchs Kickstartbein, während ich den Heckpanzer wieder anbaute. Zündung an, kick, kick, kick rengdedengdengdeng... JIIIIHAAA!!!
Läuft eher bescheiden, möchte ich sagen. "Sack schrauben" trifft es aber nicht, es liegt eher an massiven Zündaussetzern (="Gelegenheitszündung"). 
5.12.2011 - Erfolgsmeldung
Ich bin ja wirklich super motiviert, ich merke das: Innerhalb nur eines einzigen Monats habe ich schon reagiert und eine neue Grundplatte am Stück bestellt. Aber nicht nur das, ich habe es innerhalb dieser Zeit zusätzlich noch geschafft, sie über eine Woche lang zu ignorieren und in der Werkstatt liegen zu lassen. Dieses Mal habe ich mich allerdings selbst übertroffen, denn ich habe sie tatsächlich auch schon eingebaut... 
Na gut, genug Selbstironie. Die Schwalbe läuft! Die neue Grundplatte hat wahre Wunder bewirkt, die Zündaussetzer sind weg. Dann steht zum Nikolaus wohl die erste Probefahrt an... 
11.12.2011 - Fertich - bis auf Restarbeiten... ;-)
Mein Über-mir-Nachbar und ich rappelten uns endlich auf, unsere Schwalben auf die Straße zu bringen. 2 Tage lang schraubten, bastelten und löteten wir. Erfolgreich. Die Zündaussetzer beider Schwalben sind Vergangenheit, Lau B. hat einen neuen Vergaser und wir sind schon mehrere kleine Runden gefahren.
Anfangs hatte ich das Problem, dass ich kein Standgas hatte. Sie lief nur mit Choke. Da Ingos Vergaser (Lau B. war ja mal rot und gehörte Ingo) schon reichlich ramponiert war und ich trotz der neuen Düsen und des neuen Schwimmers kein wirklich schönes Bauteil vor mir hatte, suchte ich nach Alternativen. Zuerst im Lager, hatte ich doch gerade einen Schwung neuer alter Teile zusammen mit dem Duo und der Hippie-Schwalbe erstanden. Ein neuer 16N3-11 lag in der Kiste. Die Bezeichnung sagte mir nichts, aber nach etwas Google hatte ich den offiziellen Nachfolger des 16N1-5 (für den Simson KR51/1) in den Händen. Saugeil!
Zu meinem Entsetzen konnte ich auch mit diesem Vergaser kein Standgas einstellen, so lange nicht der Choke gezogen war. Grummel grummel. Aber dann kontrollierte ich die Position der Teillastnadel, was ich aus rein petsilichen Gründen vorher nicht getan hatte. Aha! Deshalb kein Standgas… Nadel hängt eine Kerbe zu tief. Korrigiert, nochmal gefahren, Vergaser eingestellt, läuft wie’s Lottchen.
Jetzt springt sie, wie es ja auch sein sollte, ohne Kunstgriffe an. Selbst als sie vorhin wieder kalt war, konnte ich sie mit 2 Kicks zum Leben erwecken.
Jetzt bin ich natürlich gespannt, wie lange die jetztige Freude anhält… 
Jippie, ich bin wieder mobil!
20.03.2012 - Neues Vorderrad
Die Bremstrommel des ehemaligen Hinterrades (ich hatte es vorne eingebaut, wollte es sowieso erneuern) war so eine Katastrophe, dass ich es kurzerhand erneuerte. Jetzt habe ich eine Edelstahlfelge und Edelstahlspeichen, sieht richtig geil aus. Zum Glück achtert das Hinterrad beim Bremsen auch so bescheiden, dann habe ich demnächst wieder zwei gleiche Felgen in der Lau B.
Bei dieser Gelegenheit gibt es auch gleich noch eine neue Kette....
09.04.2012 - Motor ersetzt
Seit etwa 2 Wochen hatte ich das Gefühl, weniger Leistung zur Verfügung zu haben, stattdessn wesentlich mehr Rasseln motorseitig. Auch wieder leichtes Ruckeln.
Bei der letzten Ausfahrt vor einer Woche (mit Anhänger über's Feld) vibirierte sich das linke Trittbrett los, sowie -unbemerkt- der Kickstarter. Letzterer rutschte dann natürlich auch sehr unsanft über die Verzahnung, als ich die Schwalbe nach einem Orientierungshalt neu ankicken wollte. Na gut, dann schob ich sie ab da halt an...
Jetzt sollte erst mal möglichst schnell wieder ein fahrbarer Untersatz her. Heute baut ich mangels Alternativen den Motor aus meiner ersten Schwalbe aus, die seit dem Beginn der Lau B.narbeiten eh schon diverse Federn lassen musste. Gewechselt war das Ganze auch recht schnell, läuft auch, rasselt nicht. Geblieben sind die Zündaussetzer, nach meinem Gefühl sogar schlimmer als vor dem Motorwechsel. Da "darf" ich also nochmal schön Kupferwürmer jagen gehen, toll! 
13.04.2012 - Lau B. fliegt wieder - halbwegs
So, heute nochmal Kabelbaum extended, die Blinker gehen jetzt, die Hupen sind wohl beide kaputt aber angeschlossen.
Hab auch den Motor nochmal aufgemacht und die Zündung nochmal kontrolliert, den Vergaser ausgebaut und nachgemessen, das Schwimmernadelventil gereinigt, einen neuen Kolben für den Kaltstart reingemacht - immer noch kein Standgas. Nix zu wollen, ich kann einstellen was ich will. Ich muss sie halt immer bei Laune halten...
War vorhin mit dem Anhänger (...an dem war noch das Lämpchen des Rücklichts auszuwechseln, die 12V 5W hatte es zerledert gehabt; jetzt zieht eine 12V 21W Lampe die Spannung so weit runter, dass die wie ein normales 6V Rücklicht aussieht...) bei REWE in Heßheim. Hat sich voll lahm angefühlt, irgendwie. Dann 18 Kilo Cola plus Resteinkäufe verladen, zog sie prima weg. Kupplung ist wirklich besser zu bedienen, sie greift viel gleichmäßiger und ruckt auch nicht nach. Landstraße gaaanz mühsam, kam irgendwie über einen gewissen Punkt nicht hinaus. Das letzte Viertel Gas kann ich mir sparen, es bringt nichts.
Hab dann mal den Anhänger abgehängt und bin nochmal solo gefahren, da fühlt sich das alles sehr anders an und die Schwalbe macht brav ihre 60 km/h, wenn man ihr etwas Vorlauf lässt. Ist halt schon eine ziemliche Schrankwand geworden, mein Hundecamper...
Na gut, jetzt brauche ich nur noch Standgas...
15.04.2012 - Ich lache mich tot,...
...es war garnicht der Motor kaputt gewesen... 
Der Auspuff hat sich innerlich zerlegt (Niet abgeschert, deutlich erkenbar) und es ist ein Teil immer weiter nach hinten gewandert, bis es den Auslass fast ganz abgedichtet hatte. Beim ersten Motor war der Auspuffkrümmer verbogen und daher undicht, deswegen konnte der Motor noch etwas besser ausatmen. Beim Motorwechsel hatte ich den Fehler bemerkt und nachgebessert. Und mit so viel Gegendruck konnte sie nicht. Jetzt bin ich gespannt wie schnell die rennt, mit dem dichten Auspuff lief sie ja schon knapp 60 ohne Anhänger, war halt nur in der Beschleunigung sehr lahm gewesen.
Ich hatte im Schwalbennest die Suchfunktion benutzt um das fehlende Standgas zu finden, da stieß ich auf den Hinweis, den Auspuff bei plötzlichem Leistungsverlust mal zu kontrollieren und auszubrennen. Ölkohle war garnicht viel drin gewesen... 
Jetzt erst mal Gassi, danach drehe ich noch eine Proberunde. Hoffentlich hat das alles irgendwann ein glückliches Ende, echt jetzt...
Update: Klingt jetzt ganz anders, viel hohler, blecherner, läuft aber immer noch nicht richtig. Nochmal den Versager raus, vielleicht ist am Ende nur die Standgasdüse zu. Ist zwar ein neuer (IFA/MZA 16N3) Vergaser, aber MZA hatte ans Schwimmernadelventil Loctide o.ä. gemacht, das bröckelte in der Schwimmerkammer herum. Vielleicht hat sich da doch etwas verstopft.
16.04.2012 - Noch toter...
Nicht die Schwalbe, die läuft nämlich, sondern ich. Und natürlich nicht vom zu viel arbeiten... 
Wie so oft beim Schrauben ist die Ursache eine ganz kleine, die Wirkung aber ganz enorm. Mein Standgas (also das von Lau B., meins ist prima) hat sich eingefunden und ich mich beim Entdecken abermals totgelacht...:
Der Kaltstartzug war einen Tick zu fest und so stand der Choke einen kleinen Spalt offen. Nicht ganz, aber eben doch zu viel. Ich hatte da ein neues Chokegummi eingebaut, das nach ein paar Tagen schon deutliche Druckspuren hat. Das Raffinierte daran war, dass sich der Lauf nochmals verschlechterte, wenn ich den Choke zog. Ein defektes Chokegummi führt bei Simson wohl häufiger zum gleichen Ergebnis wie (m)ein zu strammer Chokezug: Kein Standgas.
Im Laufe der Fehlersuche fand ich auch immer wieder den Hinweis auf den Schwimmerstand, was für heute auf dem Programm stand. Die beste Lösung dafür ist ein Vergaser mit Schauloch in der Schwimmerkammer, da kommt kein "Marmeladenglastrick" gegen an. Und die Originalvariante mit dem Messen der Schwimmerhöhe vom Gehäuserand aus ist etwas für Notfälle, wenn man garnichts anderes zur Verfügung hat.
Also reinigte ich die Kammer eines alten BVF Vergasers, der sonst nur noch für die Tonne taugt, und bohrte seitlich ein 6er Loch, ein paar Millimeter unterhalb der Dichtfläche. Dieses feilte ich mit einer kleinen Rundfeile nach unten hin auf zu einem Schlitz. E voila, ein Sichtfenster, durch das man den Benzinstand in der Schwimmerkammer sehen kann - wenn man sie wieder dicht bekommt.
Als späteres Werkstattwerkzeug werde ich außen ein Kunststofffenster aufkleben. Jetzt -auf die Schnelle- hatte ich eine witzige Idee gehabt. Beim Anhängerbau hatte ich ja mit dem glasklaren SMX-Polymer gearbeitet, also wollte ich das Fenster einfach damit ausspritzen. Was sollte passieren, im schlimmsten Fall würde es nicht funktionieren.
So klebte ich innen einen Streifen Klebeband auf und spritzte den Schlitz von außen aus. Bissel verstrichen, gut iss, trocknen lassen. Jetzt hatte ich natürlich schon das dringende Bedürftnis, den Fehler zu finden. Ich konnte mich etwa 2 Stunden lang anderweitig beschäftigen, aber dann beendete ich jäh und natürlich viel zu früh die Trocknungsphase.
Unter anderem hatte ich in der verstrichenen Zeit ein anderes Schwimmernadelventil eingesetzt, weil irgendwer da schonmal eine falsche Düse reingeschraubt hatte, weswegen der Vergaser auch ständig siffte. Der Dichtkonus konnte garnicht abdichten, bravo! (Insofern kann der Benzinstand ja überhaupt nicht gestimmt haben...) Die Grundeinstellung des Schwimmers hatte ich vorgenommen, jetzt wollte ich es genau wissen.
Einsatz des Deckels mit innerlich noch sehr weichem Polymer: Benzin. Der Stand steigt, der Deckel hält. Okay, nach einer Weile der Benzineinwirkung wölbte sich das Gummizeugs dorthin, später schnitt ich innen ein Scheibchen ab, dass der Schwimmer auch sicher frei geht. Aber es hat funktioniert. Benzin steht viel zu niedrig. Naja, irgendwie klar. Die hatten ein undichtes Ventil, da kann man dann den Schwimmer zubiegen wie man will, der Stand ist immer zu hoch. Jetzt ist das Ventil dicht... Ich musste auch über 2mm unter das Einstellmaß aus dem Buch gehen, weil der Benzinstand immer noch zu niedrig war. Schwimmerkammer mit Sichtfenster rulez! Leider hab ich beim letzten Ausbau (ich hatte den Vergaser jedesmal auf den Flansch gesteckt, dass er die spätere Lage hat) eine 6er Stiftschraube durch das Polymer gejagt, danach war die Kammer "leicht" undicht...
Fazit: Interessant, wie sich der eine und andere Fehler manchmal gegenseitig so beeinflusst, dass das Gesamtwerk dann doch wieder irgendwie funktioniert. Wohl nicht optimal, aber läuft. Doch dann geht der Auspuff zu und der Choke auf... 





























































































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